Geschrieben am 18. Januar 2009
Letzter Tag heute auf den Bahamas - morgen geht´s wieder ins miesewettrige Deutschland… aber man freut sich ja geradezu mal wieder ein wenig kältere Luft um die Ohren zu bekommen, nach den ganzen Schwitzorgien der letzten zwei Wochen
Ich habe die letzten Tage immer mal wieder ne Runde Online gepokert - meistens small / medium stakes Heads Up Cashgames - und dabei ist mir etwas aufgefallen, was ich in der letzten Zeit immer häufiger sehe -> das zunehmende aggressive Verhalten am virtuellen Pokertisch!
Nein, ich rede nicht von aggro-style Poker, denn dann würde ich mich ja selber anscheissen… sondern dem Trend, dass Leute nach einer Hand (vornehmlich eine, in der man als Sieger herausgegangen ist) aufs übelste beleidigt wird! Ich rede hier nicht von den “Donkey” Kommentaren, über die ich mich hier schon mal ausgelassen habe (ich habe gerne einen Donkey am Tisch, weil auch wenn er mal nen miracle 2-outer trifft, verdient man gerade durch solche Online Poker Legastheniker am meisten Kohle…), sondern wirklich krasse Beleidigungen!
Da wird aufs übelste geflucht und geschimpft, und nicht mal bei krassen Situationen, sondern bei solch trivialen Poker-Alltagssituationen wie Top-Set vs. geriverten Nutflush oder dergleichen, also Hände, die zwar, sofern das ganze Geld am Flop in die Tischmitte gewandert ist, ein statistischer Favorit sind, aber halt dennoch nicht vor Draw-outs gefeit sind! Wieso muss man da gleich jemand als “dummes Arschloch” oder weit krassere Derivate dieses Ausspruchs titulieren? That´s poker! Selbst Asse sind nur ein 80%iger Favorit gegen ein Underpair, aber die Leute tun so, als hätte man mit Assen das Recht gepachtet den Pot zu holen! Dabei sind mir die allerliebsten, die ihre Asse slowplayen, nur um dann in irgendein wirres Big Blind Special TwoPair zu laufen, nur um dann ihre Freunde vollzuweinen, dass sie immer nur Pech hätten, und ihre Asse mal wieder nicht gehalten hätten *gääähn*…
Klar, mitunter ist es durchaus lustig einen Gegner zu “tilten“, um ihn dann erst so richtig zu melken, aber dennoch bin ich eher der freundliche Typ, der das Spiel eher aus sportlichem Ergeiz spielt, und nicht wirklich um Geld. Ich sage auch gerne mal “well played“, wenn mich mein Gegner wirklich gut ausgespielt hat (und mich bspl. so weit bekommt seine Nuts auszubezahlen, oder einen Bluff von mir induziert, während er die Nuts hält) - gerade durch solche Hände lernt man halt auch am meisten!
Wie sieht es bei euch aus? Merkt ihr auch eine zunehmende Aggressivität am virtuellen Felt? Mich würde wirklich mal interessieren, ob auch noch andere derzeit diesen Trend beobachten können.
Noch zwei schnelle Linktipps zum Schluß -> PokerToday mit einer excellenten und stimmungsvollen Zusammenfassung der PCA Carribean Adventure! Und in der vorletzten Folge kann man mich & meinen verlorenen All-in anschauen. Henning und Emu von PokerToday haben wirklich nen tollen Job hier auf den Bahamas gemacht - besten Dank nochmal von dieser Stelle, und bis zum nächsten Turnier 