Plädoyer für mehr Spaß am Spiel: Seit etwas mehr als drei Wochen wächst und gedeiht mit Let’S Make Some Changes ein spannender Blogpost, in dem Phil TPPFKAO (The Poker Player Formerly Known As OMGClayAiken) sich so seine Gedanken über die Frage macht, ob und wie denn die Onlionepokerszene wiederbelebt werden kann. Denn selbst wenn ja alle Vorzeichen auf einen neuerwachenden Pokerboom hindeuten, so hat aus der Sicht vieler (vor allem Hobby-)Spieler das spannendste aller Kartenspiele in vielerlei Hinsicht an spielerischem Reiz stark eingebüßt. Phil Galfond untersucht die Gründe dafür – notabene vor allem aus der Sicht eines ausgemachten Highstakes-Spezialisten, was sichaber problemlos auf diejenigen unter uns übertragen lässt, für die 4tabling mit jeweils $10 Buy-in ungefähr dem entspricht, was Mr. Galfond mit jeweils $10.000 veranstaltet.
Liebhabers des grünen Filzes sei unbedingt zu dieser Lektüre geraten. Da Phil aber ausdrücklich erlaub und sogar dazu auffordert, den Artikel oder Teile daraus andernorts zu zitieren/zu reproduzieren, und da die Diskussion sich auf ww.philgalfond.com unentwegt und heftig weiterentwickelt, und weil dieses Thema (allerdings mehr unter dem Aspekt „Save the Fish!“, Royal Flush, im Juli 2011) mein ganz spezielles Steckenpferd ist, werde ich hin und wieder nachsehen, was sich Neues getan hat und hier darüber berichten. Übrigens hat erst kürzlich Jonas Ödman, wegen der Einführung des Recreational Poker Models viel kritisierter Player Vizepräsident des Bodog Networks, auf www.calvinayre.com klargestellt, dass er „nichts gegen Winning Players“ hat. Es gebe eben schlicht nur drei Wege, die das Geld im Ökosystem Poker nehmen kann: Über Deposits durch die Spieler kommt es herein, und hinaus fließt es über Withdrawals oder die Rakes der Rooms. Winning Players generieren zwar den Löwenanteil dieses Rakes, indem sie kontinuierlich spielen, könnten das aber durchaus jahrelang tun, ohne wieder einzahlen zu müssen. Deposits aber liefern sozusagen den Sauerstoff, der das Ökosystem aufrechterhält. So gesehen ist es im Interesse aller dafür Sorge zu tragen, dass die Spieler, die neue und/oder erneut einzahlen, eine „möglichst positive Spielerfahrung“ machen. Zur Erinnerung: Statistisch gesehen machen gerade mal fünf Prozent der Onlinespieler langfristig ein Plus beim Pokern. 95 Prozent müssen anders bei Laune gehalten werden.
Nachttrag: Als Tom “durrr” Dwan 2009 zur Million Dollar Challenge aufrief, bei der er jeden Spieler einlud, auf Fill Tilt 50.000 Hände gegen ihn an $200/$400 (gern auch höher) No-Limit Holdem oder Pot-Limit Omaha-Tischen zu spielen, schloss er ausdrücklich einen Spieler aus: Phil (damals noch)“OMYGODClayAiken“ Galfond (heute online als MrSweets28 unterwegs) durfte nicht mitmachen. Allein diese kleine Episode zeigt, welche Hochachtung MrSweets in der Szene genoss, und er tut das heute noch – genauer gesagt: Auch viele Spieler auf PokerStars haben Angst vor seinen Fähigkeiten, und, wie er bedauernd feststellt, gehen sofort auf Sit-out, wenn sie ihm am Tisch begegnen.
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Energiekraftwerke für die Hosentasche, biometrische Zugangscodes für Onlinepokerrooms, kabellose Gedanken-übertragung, Turnierplanung ohne eigene Aktivitäten, Onlinegambling in den entlegensten (ehemaligen) Funklöchern: Zugegeben, das klingt ein bisschen wirr, stellt aber nur einen Bruchteil der Veränderungen dar, die unseren Alltag nach den Plänen und Forschungen von IBM in den nächsten fünf Jahren erwarten, nachzulesen im Novitätenblog von androidpit.de, wo auch kurze Videos zu den Forschungsthemen Energy, Security, Mind Reading, Mobile und Analytics zu finden sind.
Des Weiteren arbeitet man bei IBM zur Zeit an einer Technologie, die hereinkommende Informationen analysiert, aus- und verwertet, indem sie sie gegebenenfalls direkt in persönliche ToDo-Listen und Terminpläne des Users integriert. Keine verpassten weil nicht turnierten Pokerligatermine mehr, PLO-Turniere werden automatisch eingetragen, wenn sie eine bestimmte Buy in haben und in einem bestimmten Zeitraum starten. Eigentlich ganz nett, oder? Ob aber die anvisierte Ausmerzung von Funklöchern tatsächlich wünschenswert ist?! Kommt auf die Perspektive an – wenn ich mir vorstelle, wie ich am Strand entspanne, nervt der Gedanke an die Quasselstrippenkultur. Andererseits, wenn ich schiffbrüchig in einer Nussschale auf dem Ozean triebe und nicht mal pokern könnte …
Einen Erfolg besonderer Art kann Christophe „Crazy Sheep“ Groß für sich verbuchen: Das Publikum von pokerolymp.com nominierte den 29jährigen für die anstehende Verleihung der Poker Olymp Awards in der Kategorie „Beste Poker Video Serie“. Der 29jährige lebt seit zwei Jahren auf Malta. Im Sommer 2011 hatte er mit der Videoserie Poker Doku – How to get Supernova Elite! begonnen, die seinen Versuch dokumentieren sollte, auf PokerStars den beghrten Status zu erlangen. Dass das Vorhaben misslang, empfanden seine Fans wohl als eher nebensächlich und belohnten seinen Einsatz mit über 200.000 Aufrufen seines Youtube-Channels.

