Hallo zusammen oder alleine.
Es wird Zeit für ein kleines Update von mir. Wie ist die letzte Woche verlaufen? Naja Pokertechnisch gesehen nicht gut bis ziemlich übel. Einerseits konnte ich nicht soviel spielen und wenn ich gespielt habe, lief leider nicht viel zusammen. Die Geschichte fängt da an, wo sie die letzte Woche aufgehört hat, mitten in der dunklen Seite der Macht oder um es auf Pokerdeutsch auszudrücken im down der Varianz. Ich habe einen Deeprun nach dem anderen und buste dann mit random coinflips, coolern oder suckouts zwischen Top 50 und f2t. Einen FT habe ich diese Woche ausser in SnG’s nicht gesehen. Das alles summiert sich mittlerweile auf ein Down von ca 240BB bei einem ABI von ca. 12$. Das ist nicht wirklich ein besonders heftiges Down bei MTT’s aber es ist auch nicht gerade wenig leider. Damit muss man klar kommen oder man spielt das falsche Spiel. Dadurch das meine beiden Staker selbst aktive MTT’ler und die Varianz kennen, geben sie mir das Gefühl von Sicherheit. Sie setzen mich nicht unter Druck sondern lassen mich einfach spielen und das ist das wichtigste.
Worauf kommt es beim MTT Poker am meisten an. Ist es nur die Theorie und die Erfahrung die man hat. Ist es Handreading, damit man Herocalls hinlegen kann oder die 2nd Nutz noch foldet oder ist es zum Hauptteil wirklich das eigene Mindset. Diese Gedanken habe ich mir in den letzten Tagen des öfteren gemacht und für mich habe ich ein Ergebniss gefunden. Ich denke die ersten 20% machen die Theorie aus. Man sollte schon einige Spielzüge kennen, wissen was Valuebets sind und wann ein go&go angebracht ist. Ich denke auch den Gegnern eine Handrange zuzuordnen ist wichtig, wichtiger noch als die blanke Theorie sagen wir so 30%. Denn nur wenn ich meinem Gegner eine Vernünftige Range geben kann, kann ich meine erworbenen Theoriekenntnisse auch sinnvoll einsetzen. Aber der Großteil macht das Mindset aus 40% hierfür.
Aber warum. Ganz einfach, weil es mein Spiel unterbewusst einschränkt. Ich habe das gestern selber gemerkt und werde meine Gedanken mal an diesem Turnier, dem 11$ FO auf Stars erklären. Am Anfang einer Session oder zumindest solange ich mich noch regge für Turniere habe ich zwischen 10 und 20 MTT’s parallell laufen. Dementsprechend laufen die Turniere auch mehr oder weniger nach einem festen Muster ab und man spielt relativ automatisiert. Ich mache das mittlerweile so, dass ich mir die Turniere die Anfangen stapel. damit erreiche ich, dass ich in der frühen Phase eines Turniers einfach Entscheidungen treffe und simples ABC Poker spiele. Nen bissel Laggy aber nicht so sehr. Die Tische die Deep werden, ziehe ich mir auf meinen zweiten Monitor, so dass ich diese besser im Blick habe und auch mein Spiel besser anpassen kann. So war es auch bei dem 11$FO es lag auf dem Stapel und nach und nach konnte ich mir einen vernünftigen Stack ausbauen und mit später werdender Stunde hatte ich nur noch 4 MTT’s offen und ich konnte mich dementsprechend auf diese 4 MTT’s sehr gut fokusieren. Ab 1Uhr habe ich das Turnier dan alleine gespielt, weil ich in den anderen 3 deepruns gebusted bin. Und dann kam auf einmal das Mindset Monster und machte eine klappe runter. Normalerweise würde ich mein Spiel, gerade wenn ich wenige und noch mehr wenn ich nur ein Turnier Spiele, als sehr loose aggresive bezeichnen. Aber irgendwas blockierte auf einmal in meinem Kopf ohne das ich es bemerkt habe. Ich wurde zunehmend nittiger obwohl ich eigentlich einen sehr angenehmen Tisch hatte. einen loose passiven fisch zu meiner rechten und 3 TAG’s zu meiner linken. Eigentlich ein gefundenes Fressen um den Stack nach oben explodieren zu lassen. Nur eins war dumm, mir fehlten auf einmal die Eier. Ich merkte erst später, dass ich angefangen habe rum zu heulen… das ich keine Karten bekomme, dass der neben mir es auch immer hat blablabla. alles bullshit. Ich habe schlecht gespielt, weil ich meinen Kopf nicht frei hatte. Ich brauch nicht zwingend Karten, wenn ich 60bb deep in nem Turnier sitze, dass kann man auch mit kluger aggresivität lösen. Und mein gegner hat es auch nicht immer. Das einzige was er hatte war mehr Feuer als ich. Na auf jedenfall dümpelte ich eine Stunde lang mit nem Vpip von 7 und nem PFR von 6 vor mich hin und hatte zur Pause nur noch 20BB left. Das ging ganz schnell. Eine Hand missplayed, nen bissel downgeblindet und bam sind 40bb futsch. In der Pause kam mir dann die Erkenntnis, wie schlecht ich spiele. es war mein Z Game oder wenn es geht noch tiefer. Aber der Vorteil war, ich habe es erkannt. Nach der Pause konnte ich das abstellen und habe angefangen mein Spiel wieder umzustellen. Was aufgrund der Stackgröße nicht mehr so gelang wie ich es gerne gehabt hätte aber es funktionierte wieder besser. Gut nach 20min bin ich dann gebusted durch nen random flip. UTG opend. MP1 flatted und ich shove ausm BB mit AQo drüber. UTG instafoldt aber MP1 hielt Jacks ich treff das Board nicht und gg life als 35. Aber das ist Standard. Mundabwischen weiter machen.
Aber das Turnier und diese eine Stunde haben mir was gebracht. Ich habe wieder viel gelernt über mich, mein Spiel und worauf es einfach ankommt. Ein klassisches Problem im Downswing, man verliert seine Aggressivität und das muss man in den Griff bekommen. Aber und das ist das gute, bei mir hat es gestern wieder klick gemacht.
Was ist mit den letzten 10%. ganz einfach Glück. Im longrun gleicht sich alles wieder aus irgendwann aber wenn ich ich Turnier gewinnen will, bruache ich auch mal diese 10% Glück. Dann muss ich mal einen Suckout hinlegen und vielleicht auch mal 3/4 flips gewinnen und nicht nur 2/4. aber auch das kommt.
So ich hoffe ich habe euch nicht zusehr mit meinen Gedanken gelangweilt
Heute und morgen ist Party angesagt. Erstmal heute Geburtstag von ner Freundin feiern und morgen zusehen wie die Engländer ihre Koffer packen
Ich denke ich werde am Mittwoch wieder hier posten. Dann gibt es einen Rückblick auf den Monat Juni und ich hoffe zwei neue erfolgreiche Grinding Tage zu berichtetn.
MG RenTob