Nachdem der Oktober wirklich gut für mich gelaufen ist, ging im November bisher leider nicht allzu viel. Die letzten 30k Hände waren ein stetes auf und ab, ohne ganz große Gewinne oder Verluste im Poker. Seit Freitag habe ich mal wieder ein paar miese Sessions gespielt, die mich rund 500 BB gekostet haben, sodass ich für diesen Monat bei -100 BB stehe. Das ist eigentlich auch nicht weiter schlimm, da solche kleinen Swings ständig vorkommen und einen auch nicht groß belasten sollten. Was mich allerdings im Moment doch sehr beschäftigt ist meine Winrate. Über die letzten 160k Hände komme ich gerade mal auf 1BB/100, was auf jeden Fall richtig mies ist. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es die Poker Varianz nicht gut mit einem gemeint hat, aber bei der Anzahl an Händen sollte Sie sich doch sowohl positiv als aber auch negativ ausgeglichen haben. Oder? Ich bin kein Mathematiker und kann darauf keine zuverlässige Antwort geben. Also konzentriere ich mich lieber auf die Dinge, ich zweifelsfrei sagen kann. Fakt ist, das ich auch auf lange Sicht Gewinne erziele. Das ist schon mal gut. Fakt ist allerdings auch, dass meine Gewinne deutlich niedriger sind, als die Gewinne der top Spieler auf dem Limit. Die richtig guten Spieler schlagen das Limit zumindest konstant mit 2-3BB/100. Einige Wenige schaffen auch bis zu 6BB/100, aber das sind schon absolute Ausnahmen. Bei Full-Ring Games wird man auf lange Sicht wohl kaum eine höhere Winrate erreichen können, dazu gibt es einfach zuviele Set-ups.
Seit ich Poker spiele hat sich mein Stil immer wieder verändert. Wie die meisten Spieler beginnt man erstmal mal viel zu loose und passiv. Motto: erstmal billig den Flop sehen und hoffen das man trifft. Damals war es gang und gebe, dass bei einem Full-Ring Game 4-5 Spieler gelimpt sind. Heute natürlich undenkbar. Nachdem Lesen der ersten Bücher habe ich dann wesentlich tighter gespielt, dafür aber auch etwas aggressiver als zuvor. Damals war ich immer wieder zu starken Lay-downs in der Lage. Da wurden durchaus auch mal Könige preflop gefoldet oder ein Set auf dem Flop weggeschmissen. Der große Nachteil meines doch eher vorsichtigen Stils war, dass ich doch einiges an Value habe liegen lassen. Zwar habe ich bei möglichen Coolern vielleicht nicht so viel verloren, dafür habe ich mit der garantiert besten Hand oft nicht das Maximum rausgeholt. Im Laufe der Zeit gewann ich mehr Sicherheit und traute mir zu wesentlich mehr Hände zu spielen. Außerdem spiele ich heute wesentlich aggressiver als noch vor einem Jahr.
Auch wenn mein Spiel heute viel besser geworden ist, ist meine Winrate leider ziemlich genau die gleiche geblieben. Der Grund dafür liegt zum einem darin, dass meine Defensiv Taktik nicht mehr so gut ist. Durch mein aggressives Spiel, ist mir leider das Gespür für gutes Folds verloren gegangen. Weil ich relative oft bluffe, denke ich leider auch zu oft das meine Gegner bluffen und lasse mich zu schlechten Calls hinreißen. Mich heutzutage postflop von KK zu trennen ist fast unmöglich geworden, auch wenn man weiß das dieses Set-up in einem FR Game nicht gerade selten zustande kommt. Außerdem mache ich noch zu viele Fehler am River, bei der Entscheidung ob ich noch mal für Value raise oder nur calle oder behind checke.
Im Moment befinde ich mich in einer Phase der Konsolidierung. Wenn ich es schaffe das Beste aus den verschiedenen Stilen herauszufiltern, dann denke ich, dass es mir bestimmt gelingt das Limit endlich mal richtig zu schlagen. Mit den Defensivkünsten eines Nits und der Aggression eines TAGs/LAGs sind die Chancen bestimmt gut die Winrate zumindest auf 2BB/100 hochzuschrauben. Außerdem ist es noch super wichtig nur zu spielen, wenn es auch richtig Spaß macht. Hört sich vielleicht blöd an, aber jeder dürfte doch schon mal erlebt haben, wie krass Pokern auch nerven kann. Wenn man einige Bad Beats erwischt hat und auch sonst gar nichts zusammenläuft, kommt man oft an den Punkt, wo es anfängt zu nerven und irgendwie gar keinen Spaß mehr macht. Ist erstmal der Punkt erreicht, wo man eigentlich nur noch weiterspielt um Verluste wett zu machen, sollte man lieber direkt aufhören. Meisten ist man dann eh nicht mehr in der Lage sein bestes Poker zu spielen und warum sich mit etwas rumquälen, was einem eigentlich in dem Moment gar keinen Spaß macht. In diesen Momenten alle Tische zu schließen, ist mit Sicherheit auch eine wichtige Eigenschaft, um seine Winrate zu steigern. Welcher Pokerspieler hat nicht schon mal die Erfahrung gemacht, dass er einfach nur aus Frust unnötige Verluste produziert hat.
Auf jeden Fall hoffe ich, dass es mir in den nächsten Wochen und Monaten gelingen wird mein Spiel soweit zu verbessern, dass ich NL100 zumindest mit 2BB/100 schlagen kann. Drückt mir die Daumen. Mit Sicherheit werde ich von nun an wieder regelmäßiger über meine Fortschritte ( hoffentlich
) an dieser Stelle berichten.
Euch allen viel Glück an den Tischen!
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Na dann viel Glück beim NL100 beaten.
Wenn ich meinen riiiesen Downswing mal überwunden hab gehts für mich hoffentlich auch mal IRGENDWIE Richtung höhere Limits ^^
Hallo Tom,
netter Blog. Ich würde eventuell gerne einen Artikel auf pokerzeit.com darüber veröffentlichen. Kannst du dich unter der oben genannten Email-Adresse mal melden?
Schöne Grüße,
Dirk