Als 2006 der UIGEA in den USA auf den Weg gebracht wurde und von einem Tag auf den anderen die
alte Party Ära vorbei war, wurden Stimmen laut, die eine Legalisierung von Online Poker in den USA forderten. Lange Zeit wurde der UIGEA als das Wurzel allen Übels gesehen. Die Fische wurden immer weniger, die Spiele immer schwerer zu schlagen und das Allheilmittel dagegen wäre den größten Pokermarkt weltweit zu lizenzieren.
Nun könnte es vielleicht so weit sein. Letzte Woche wurde die Gesetzesnovelle HR2267 vom House Financial Services Committee angenommen. Die Novelle sieht eine Legalisierung von Poker und Lizenzierung durch den Staat in den USA vor. Danach würde ein ähnliches System wie in Frankreich oder Italien entstehen. Das Gesetz kann nun dem Repräsentantenhaus zur Abstimmung vorlegt werden, wobei die Chance relativ gut stehen.
Wenn man das Beispiel Frankreich nimmt, kommen einem allerdings Zweifel, ob eine Legalisierung wirklich nur Vorteile für die Online Pokerszene bringen würde. Auch wenn die Franzosen jetzt legal poker online spielen können, ist der große Nachteil, dass sie das nun nur noch mit Landsleuten können. Pokerräume, die eine Lizenz für Frankreich bekommen haben, mussten eine Software bereitstellen, die nur noch für Franzosen erreichbar ist. So gibt es nun z.B. neben dem allseits bekannten PokerStars noch einen PokerStars Fr. Client.
Falls man in den USA ähnliche Wege gehen wird, hätte das zur Folge das auch noch alle Amerikaner von den großen Seiten verschwinden. Das Horrorszenario wäre eine Legalisierung aller wichtigen Pokermärkte, wonach dann alle Spieler sich nur noch auf nationaler Ebene mit der Konkurrenz messen können.
Fakt ist, dass sich seit 2006 eigentlich nicht viel verändert hat. Die Party Ära ging zu Ende, dafür wechselten die meisten Spieler einfach zu den heutigen Marktführern Stars und Full Tilt. Das die Spiele danach wesentlich härter wurden, war wohl eher eine natürliche Entwicklung. Spieler die lange dabei bleiben werden im Regelfall halt mit der Zeit auch besser. Spieler die dauerhaft verlieren geben es irgendwann auf. Wahrscheinlich wäre diese Entwicklung auch eingetreten, wenn der UIGEA damals nicht auf den Weg gebracht worden wäre.
Die Legalisierung, auf die Viele jahrlang gehofft haben, birgt allerdings wie gesagt viele Risiken. Es bleibt zu hoffen, dass wir auch in einigen Jahren noch einen Pokermarkt haben, wo man sich jederzeit mit Spielern aus aller Welt am virtuellen Filz messen kann.
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